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Über die Geschichte des Drucks

Unter dem Begriff Druck werden alle Reproduktionsverfahren zur Vervielfältigung von Druckvorlagen verstanden. Dabei werden je nach Druckverfahren entweder seitenrichtige oder seitenverkehrte Druckvorlagen verwendet. Zunächst werden diese mit einem Farbstoff überzogen. Anschließend werden sie auf einen Bedruckstoff gepresst, wobei sich der Farbstoff auf den Bedruckstoff überträgt. In der Regel kann die Druckvorlage mehrfach verwendet werden. Zum Drucken werden folgende unerlässliche Faktoren benötigt: Druckfarbe, Druckkörper, bzw. die Druckmaschine, die Druckform und der Bedruckstoff.

Die gängigen Druckprinzipien

Es wird zwischen drei verschiedenen Druckprinzipien unterschieden:
– Fläche gegen Fläche
– Zylinder gegen Fläche – rund gegen flach
– Zylinder gegen Zylinder – rund gegen rund

Das Druckverfahren

Die jeweiligen Druckverfahren werden nach dem Verhältnis, in dem Druckelemente zur Druckform stehen, unterschieden, und zwar in DIN 16500 in folgende Hauptdruckverfahren:

– Hochdruck, wobei die Bildstellen der Druckform höher stehen als die Nichtbildstellen der Druckform liegen,
– Flachdruck, wobei die Bildstellen und die Nichtbildstellen der Druckform annährend auf einer Ebene liegen – auch Offsetdruck genannt,
– Tiefdruck, wobei die Bildstellen der Druckform tiefer liegen als die Nichtbildstellen und
– Durchdruck, wobei die Bildstellen der Druckform aus einer Schablone bestehen, und zwar auf einem farbdurchlässigen
Schablonenträger, und die Nichtbildstellen farbundurchlässig sind.
Daneben gibt es Unterschiede in Bezug auf das Material der Druckform (Steindruck, Kupferdruck usw.), nach der Bearbeitungsart der Druckform (z.B. manuell bei Holzschnitt oder chemisch wie beim Lichtdruck usw.) und nach dem Automatisierungsgrad (z.B. handwerkliche, halbautomatische, manuelle, automatische oder industrielle Druckprozesse).

Hauptdruckverfahren

Die vier Hauptdruckverfahren sind: Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck und Durchdruck (Schablonendruck).

Beim Hochdruck handelt es sich um das klassische Druckverfahren, bei welchem die Druckelemente auf der Druckform erhaben stehen. Die Druckformen für den Hochdruck können als flache Druckformen (Tiegel) oder als Zylinder ausgeführt sein. Sie können sowohl Papier von Rollen als auch Papierbogen bedrucken.

Der Flexodruck stellt eine Art des Hochdrucks dar, wobei als Druckform eine Fotopolymerplatte dient. Die Anwendungsgebiete des Flexodrucks sind Verpackungsfolien. Neben dem Flexodruck kommt in diesem Bereich auch der Kupfertiefdruck zum Einsatz. Dieser erzielt noch bessere Ergebnisse, besitzt jedoch hohe Druckvorkosten. Zur Erhöhung der Effizienz des Flexodrucks wurden vorgefertigte Endlosdruckformen entwickelt, bei welchen es sich um speziell entwickelte und auf den Einsatzzweck angepasste Kautschuk-Mischungen handelt. Das Druckmotiv wird hierbei nach der Vulkanisation auf dem Trägersleeve mit einem Laser in die Oberfläche graviert.

Beim Tiefdruck sind die Druckelemente als Vertiefungen in der Druckform ausgeführt. Diese werden mit Farbe gefüllt, welche beim Druckverfahren an das Druckmaterial abgegeben wird. Bei Massendrucksachen sowie bei Zeitschriften in hohen Auflagen kommt meist der Rotationstiefdruck zum Einsatz, da dieser niedrigere Kosten aufweist.
Beim Flachdruck wird zwischen Steindruck und Offsetdruck unterschieden. Der Offsetdruck wird immer bedeutender, aufgrund seiner Schnelligkeit und der hochwertigen Qualität.

Der Durchdruck oder Schablonendruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Schablone, meist fotochemisch, an einem feinen Siebgewebe aus Kunstfaser angebracht ist oder an einem Stahldraht. Dadurch kann dieses Druckverfahren vielseitig eingesetzt werden, sodass flache Objekte aller Formate bedruckt werden können.

Sonstige Druckverfahren

Neben den Hauptdruckverfahren gibt es mittlerweile noch sonstige Druckverfahren, welche vielfach eingesetzt werden.
Der Tampondruck beispielsweise stellt eine Kombination aus Stempeldruck und Übertragungsdruck dar. Hier wird die Vorlage mithilfe eines Tampons, welcher meist aus einem Silikonkautschuk besteht, von einer Fläche auf die andere übertragen. Somit kann selbst eine Tasse bedruckt werden.

Beim Digitaldruck wird das Druckbild direkt vom Computer in eine Druckmaschine übertragen. Es handelt sich hierbei bei dem Drucksystem meist um ein elektrofotografisches Drucksystem, wie einen Laserdrucker. Das System kann zudem auch sonstige Einrichtungen aufweisen – zum Schneiden oder zum Binden. Elektrografische Verfahren oder Tintenstrahldrucker werden für großformatigen Digitaldruck verwendet.

Im Vergleich zum Offsetdruck ist der digitale Druck kostengünstiger für kleinere Auflagenzahlen, da keine feste Druckvorlage benötigt wird. Zudem ist die Bildqualität sehr hoch und die Digitaldrucksysteme weisen sehr oft die Möglichkeit der Speicherung der Druckvorlage auf. Die Wiedergabe der Farbe ist weitaus besser, wobei jedoch hierfür meist aufwendige Einstellungen und Kalibrierungen nötig sind.

Der Offsetdruck stellt ein Flachdruckverfahren dar, welches besonders im Verpackungsdruck, im Akzidenzdruck und im Zeitungsdruck weit verbreitet ist. Die druckenden Stellen sind auf der Druckplatte fettfreundlich, sowie Wasser abstoßend, sodass sie die Druckfarbe annehmen. Dagegen sind die nicht druckenden Stellen hydrophil, bzw. nehmen Wasser an, sodass die Farbe abgestoßen wird. Diese Stellen werden zunächst mit einem dünnen Feuchtmittel von Feuchtwerk mit Feuchtmittel benetzt, wonach die Druckfarbe von den Farbauftragswalzen des Farbwerks aufgetragen wird. Das zu druckende Druckbild wird an einen Gummizylinder abgegeben, bevor es von diesem auf den Bedruckstoff übertragen werden kann.

Nach dem Format des Papiers unterscheidet man zwischen Rollenoffset und Bogenoffset. Bogenoffset kommt überwiegend im Akzidenz- und Buchdruck zum Einsatz, da sich dieses für kleinere und mittlere Auflagen eignet. Da das Papier beim Rollenoffset direkt von einer großen Rolle kommt, kommt dieses meist bei großen bis sehr großen Auflagen zum Einsatz (Zeitungsdruck oder Telefonbuchdruck).

Der Siebdruck gehört zum Durchdruckverfahren. Bei diesem besteht die Druckform aus einem Rahmen und einem Gewebe, das auf den Rahmen aufgespannt ist. Es wird eine definierte Schichtdicke erzielt über die Gewebegeometrie und das theoretische Farbdurchlassvolumen, sodass diese wiederholgenau gewährleistet werden kann. Dabei sind Teile des Gewebes abgedeckt. Offen bleiben die druckenden Teile, welche den Durchlasskanal bilden, was als Schablone, Druckform oder Drucksieb bezeichnet wird.

Die Druckform ist über dem Bedruckstoff in einer Vorrichtung fixiert. Auf einer Nichtmotivstelle wird das Druckmedium auf dem Siebgewebe aufgetragen. Beim Druckvorgang wird das Druckmedium, wie z.B. eine Farbe in das Gewebe mit der Flutrakel eingestrichen. Anschließend erfolgt die Übertragung des Druckmediums auf das Substrat, welches bedruckt werden soll. Dies erfolgt mit der Druckrakel. Das Resultat ist ein sauberes und klares Bild auf dem bedruckten Substrat.

CMYK Farbmodell

Bei diesem Druckverfahren wird das CMYK-Farbmodell eingesetzt, wobei für jede einzelne Farbe eine Druckplatte nötig ist. Die verwendeten Farben sind Cyan, Magenta, Yellow (Gelb) und Key (Schwarz). Durch verschieden große Rasterungen ergeben sich aus den vier verwendeten Farben eine große Menge an Farbnuancen.

In einem weiteren interessanten Blogbeitrag kannst du mehr über den Wandel lesen  – Drucken heutzutage – was hat sich verändert?

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